Dissertation

Die vorliegende Arbeit hatte die umfassende Untersuchung einer Verunreinigung des Grundwassers pleistozäner Lockersedimente durch PCE und TCE im engeren Einzugs- gebiet eines im Berliner Urstromtal gelegenen Wasserwerkes zur Aufgabe. Die Arbeiten wurden im Auftrag des Senators für Stadtentwicklung und Umweltschutz durch das Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene des Bundesgesundheitsamtes durchgeführt. Das angewendete Ablaufschema zur Erkundung der Untergrundverunreinigung durch LCKW gliederte sich Übersichts-, Vor- und Hauptuntersuchungen.
Mit Hilfe dieser Untersuchungssstrategie und der dabei eingesetzten chemischen Analytik konnten die Kontaminationsquellen erkannt und die kontaminierten Areale voneinander ab- gegrenzt werden. In Zusammenarbeit mit den Betreibern wurden die Schadstoffeinträge unterbunden. Die Untersuchungen erbrachten folgende Erkenntnisse:

1. Die hydrogeologischen Verhältnisse des Untersuchungsgebietes werden von den grundwas- serführenden Sedimenten des vorwiegend fein- bis mittelsandigen Pleistozäns im Hangenden des mitteloligzänen Septarientons geprägt. Die Oberkante des Septarientons wurde zwischen -58 m und -70 m NN erbohrt. In die pleistozänen Sedimente sind Grobsande bis Feinkiese und vereinzelt schluffig-tonige Lagen und Braunkohleschmitzen eingeschaltet. Sie werden ihrerseits durch grundwas- sernichtleitende schluffig-tonige Sedimente mit einer Mächtigkeit bis zu 7m gegliedert; diese Geschiebemergel fehlen jedoch im zentralen Teil des Untersuchungsgebietes (Wasserwerk). Im östlichen Teil des Untersuchungsgebietes konnte im Sedimentprofil auf Grund der Funde von Vivipara dilu- viana KUNTH das Interglazial I nachgewiesen werden. Die zu geringe Aufschlußdichte im Untersuchungsgebiet verhinderte allerdings die detaillierte stratigraphische Einstufung der pleistozänen Sedimente und die Klärung der Verbreitung des Interglazial I. Das geplante Bohrprogramm Mitte der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz wird die offene stratigraphische Einstufung der Sedimente klären helfen.
2. Hydraulisch sind der radialsymmetrische angeströmte Absenkungsbereich des Was- sewerks und die Spree, die außerhalb des Wasserwerksbereiches den Vorfluter für das Untersuchungsgebiet darstellt, bestimmend. Die weiträumige Oberflächenversiegelung verringert die Grundwasserneubildung durch Niederschlag erheblich.

 

Nerger, M. (1990): Leichtflüchtige Chlorkohlenwasserstoffe im Grundwasser pleistozäner Lockersedimente. – Schriftenreihe des Vereins für Wasser-, Boden- und Lufthygiene, 84, 174 S., Stuttgart/New York